Es ist eindeutig Sommer.
Die Sonne brennt seit Tage. 32° im Schatten. Meine käseweißen Füße hängen ins Wasser des kleinen Sees. Sie hatten noch nicht wirklich Kontakt zur Sonne dieses Jahr. Es war zwar schön aber im Gegensatz zu den letzten Jahren bisher noch nicht wirklich heiß. Kein Grund Kurze Hosen zu tragen. Aber jetzt.... Jetzt kann es endlich los gehen. Oder es könnte endlich los gehen. Ich könnte mit meinen zwei Liebsten eine Fahrradtour hier her machen. Zu meinem Lieblingsort. Dem kleinen See mit Steeg. Wir könnten die Decke ins Gras legen und etwas trinken. Ein Stück Kuchen essen oder in den See springen. Ich hätte alles dabei, bis auf die Sonnencreme. Die vergesse ich doch immer beim ersten Badeausflug. Hätte... Könnte...
Statt dessen sitze ich hier auf dem Steeg und lasse die Beine in den See hängen und bin traurig. Statt meiner Kinder habe ich nur zwei leere Stellen links und rechts neben mir. Gut das hat auch Vorteile: Kein Jammern, wie weit es noch ist oder daß der Sitz drückt. Kein Streiten. Und Ruhe. Aber wer will schon Ruhe? Ich hätte gerne Kinderlachen und -streiten und -jammern um mich. Die schönsten Geräusche auf der Welt für mich. Doch leider streiten leer Flecken nicht mit einander. Sie lachen nicht und sie spielen auch kein Fußball mit mir. Sie sind nur da. Wie schwarze Löcher und ziehen alles in sich hinein. Meine ganze Aufmerksamkeit, meine Lebensfreude, mein Glück. Sogar die Feuchtigkeit aus meinem Körper ziehen sie an. Sie läuft direkt aus meinen Augen, über mein Gesicht und tropft mir aufs T-Shirt. Dabei ist es so schön hier. Wo ist da die Dankbarkeit? Na wenigstens bin ich achtsam. Ich beobachte wie Träne um Träne dahin zieht. Ich höre auf mein Herz, daß sich unter Schmerzen in meiner Brust verkrampft. Ich spüre die Leere, die außer mir niemand sehen kann, die niemand hören kann, die niemand fühlen kann.
Mein Xellsbeer legt mir die die Hand um die Schulter und zieht mich zu sich. Schon ist mir nicht mehr so schwer ums Herz. Ich bin nicht mehr allein. Nach kurzer Zeit springe ich auf.
"Kommt lasst uns spielen!" und schon tollen wir auf der Wiese herum, wir spielen Federball und eine Runde Fußball. Mein Kleiner schießt sogar 4 Tore. Meine Große gewinnt ihr Match im Federball. Auf dem Heimweg machen wir 4 ein Rennen und klar... Der Xellsbeer ist am schnellsten. Er hatte sich ja mein EBike gekrallt. Die Leute die uns begegnen schauen etwas seltsam aber was kümmert es mich?
Als wir abends im Bett liegen sagt mein Kleiner zu mir: "Was für ein schöner Tag."
Und meine Große meint: "Das müssen wir unbedingt wieder machen. Gleich morgen!"
Ja das müssen wir.
Bald.
Es war wunderbar.
Und dann schlafe ich ein.