Dienstag, 23. Oktober 2018

Jetzt ist alles Gut

Vor beinahe einem Jahr kam die schreckliche Nachricht.
Keiner hätte das für möglich gehalten.
Warst du doch immer mein strahlender Held
Voll toller Geschichten.
Alter und neuer.
Du lebtest ein unabhängiges Leben dort drüben
Ganz für Dich,
Hast keinem einen echten Blick hinter die Kulissen erlaubt,
Außer mir für einen sentimentalen Moment.
Dann saß die Maske auch schon wieder,
Und Du warst wieder der gute Kerl aus Amerika,

Als für mich eine Welt zusammen brach warst Du nicht für mich da,
Heute weiß ich, daß du mir nicht helfen konntest,
Aufgefangen hat mich meine Familie,
Meine Kinder,
Meine Frau,

Wo war Deine Familie als Du dabei warst zu fallen?
Wann war sie wirklich für Dich da?
Vielleicht hätten wir es sehen müßen,
Vielleicht hätten wir es ahnen müßen.
Gesagt hast Du es niemand.
Nicht hier
Nicht dort.
Unfaßbar war es deshalb als wir erfuhren,
Daß Du diesen Weg genommen hattest.
Unvorstellbar warum,

Letzte Woche haben wir Dich endlich besucht,
Wandelten auf deinen Spuren,
Trafen Menschen die genauso vor den Kopf gestoßen waren wie wir.
Wir zerstreuten deine Asche im Meer.
Schickten Dir Gebete hinterher.
Noch immer ohne Verständnis warum,
Aber letztendlich froh,
Daß Du doch nicht so alleine warst wie wir gefürchtet hatten.
Am Ende jedoch warst Du allein.
Einsamkeit die Du stets gewollt hast,
Einsamkeit die Dir Ruhe verschaffte
Einsamkeit die Dich von der Rettung trennte.

Wir haben eine andere Seite von Dir kennen gelernt.
Wir haben Abschied genommen.
Wir haben für Dich gebetet.
Wir habe Dich begraben.

Jetzt ist alles Gut.


Donnerstag, 22. März 2018

Schneegestöber

Du drückst deine Nase an der Scheibe platt.
Mit großen Augen verfolgst du jede einzelne Flocke die tanzend zur Erde fällt.
Begleitest sie, bis sie sich in der Masse am Boden verliert.
Kommentierst jede einzelne mit einem staunenden Oh!
Immer wieder sucht dein Blick den meinen.
Lachst weil ich lache.
Freust dich weil ich mich freue.
Und siehst nicht was es mir bedeutet dich so glücklich zu sehen.
Was es mir bedeutet mit dir dieses Ereignis zu zelebrieren,
Dieses Wunder des fallenden Schnees.
Immer dicker werden die Flocken.
Du kannst es kaum erwarten dort hinaus zu gehen.
Mit wackligen Schritten,
Glücklich jauchzend.
Jetzt wird es Zeit für dein Bett.
Du legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Deine Augen noch immer auf das Schneegestöber dort draußen gerichtet.
Beinah fallen Sie Dir zu.
Ich lege Dich in dein Bett und gebe Dir einen Gute-Nacht-Kuß.
Träum süß von Schnee.
Von Kälte und Eis.
Morgen werden wir Schlitten fahren und egal wie mühsam es wird.
Ich werde jeden Schritt genießen.
Keinen Augenblick werde ich versäumen, der dich glücklich macht.
Wir zwei.
Du und Ich.

Freitag, 28. Juli 2017

Keine Insel

Ich treibe auf einem Meer aus Schwarz,
Dümple vor mich hin,
Mehr am Ertrinken denn am Schwimmen.
Meine Kräfte schwinden,
Alle Hoffnung fährt dahin.
Jede Welle schwappt weiter auf Deck.
Jede Welle nimmt sich ein Stück mehr von mir.
Jede Welle könnte die sein, die mein Boot zum sinken bringt.
Mein Ich habe ich schon längst aufgegeben.
Jeder Tag eine Qual.
Mich dürstet nach Leben,
Nach Hoffnung,
Nach Licht.
Ich sehe schon längst keine Sterne mehr.
Die Sonne verbrennt meine Seele, der Mond lacht mir ins Gesicht.
Zuerst stirbt mein Innerstes,
Bald stirbt der Rest.

Montag, 25. Juli 2016

Terror über Deutschland

Am Wochenende war unser allseits beliebtes Kulturwochenende. Aus unserer verschlafenen Stadt wurde eine vor Intellekt und Atmosphäre wabernder Ort. Kaum wieder zu erkennen. Alle Plätze und Gassen waren mit Menschen gefüllt, die bereit waren sich überraschen zu lassen, was hinter der nächsten Ecke auf sie wartet. Überall sammelten sich Gruppen und bewunderten die Darbietungen der internationalen Künstler, die für dieses Wochenende hier her gekommen waren um uns Provinzlern zu zeigen, daß das Leben nicht triste und grau sein muß, sondern leicht und beschwingt sein kann. Offen für neues und andersartiges. Ich saß auf dem Marktplatz und ließ mir ein Gläßchen Weinschorle schmecken und die Atmosphäre durch mich hindurch ströhmen. Genoß die sacht dahinplätschernde Swingmelodien der Band auf der Bühne, als es in der Fußgängerzohne einen mächtigen Schlag tat. Sofort war die Leichtigkeit dahin. Die Menschen um mich versteiften sich schlagartig und richtete den Blick dorthin woher der Knall gekommen war. Und jeder hatte den gleichen Gedanken im Kopf. Ist jetzt wirklich gerade hier in unserem Nest etwas schlimmes Passiert? Hat uns nun auch wie in München und Würzburg der Terror erreicht? Doch es gab keine Schreie und niemand begann vor irgendetwas davon zu laufen, also war wohl nichts passiert. Und doch war die Stimmung lange nicht mehr so gelöst wir noch kurz zuvor. Und da plötzlich noch mal eine laute Explosion. Nun wurden die Leute langsam neugierig. Sie gingen in Richtung des Geräusches und sahen nach was dort vor sich ging. Es stellte sich heraus, daß ein paar Doofe Knaller gezündet haben. Anscheinend sollte das witzig sein. Angesichts der Begeisterung von Prankvideos auf YouTube kein Wunder, daß Dummköpfe auf solche Ideen kommen müssen. Einen kurzen Augenblick Aufmerksamkeit erhaschend um dann aber doch schnell den Kopf wieder ein zu ziehen und die Flucht anzutreten. Ich konnte mir ein Kopfschütteln nicht verkneifen. Und doch war ich sehr erleichtert, daß es nur ein sehr dummer Scherz war. Ich entspannte mich wieder, genoß die Stimmung, die Gespräche mit alten Freunden die so schnell nichts mehr aus ihrem Heim lockt und die wunderbare Musik, die die ganze Stadt erfüllte.
Zu Hause angekommen dann der Schlag. Im Fernsehen wurde die Eilmeldung eingeblendet, daß im kaum 40km entfernten Ansbach bei einem Bombenanschlag vor einem Festival 12 Menschen verletzt wurden. 
Zu Hause ang


Mittwoch, 13. Juli 2016

Neues

Seit ein paar Tagen bin ich deprimierter Besitzer des neuen Windows 10. Was wurde darüber nicht alles schon geschrieben, gelobt, verteufelt und was weiß ich nicht alles. Nun – Ich habe es mir genau 3 Monate überlegt ob ich es wagen soll und, schließlich gilt der kostenlose Upgrade ja nur noch bis 31.7. es endlich einfach mal gemacht. Außerdem soll ja alles so bleiben wie es ist. Angeblich findet man alles da wo es vorher auch war.
Tja von wegen. Wo sind nur alle meine Lesezeichen in Firefox hin verschwunden. Oder die ganzen alten und altertümlichen Programme, die ich seit Jahrzehnten von einem Computer auf den nächsten gerettet hatte. Mein Lotus, daß ich in und auswendig kenne und deshalb nicht mit Word arbeiten will, denn dort ist alles so ganz anders. Gut vielleicht komfortabler und wesentlich umfangreicher aber auch unheimlich komplizierter und eben so garnicht wie ich es gewohnt bin. Deshalb und weil ich kürzlich aus Versehen das Wordpad gelöscht habe und es nirgendwo mehr finden kann, habe ich mir nun Openoffice heruntergeladen. Auch hier funktioniert bestimmt nichts so wie ich es gewohnt bin.
Ich merke wie ich mir immer schwerer tue mich an die neuen Entwicklungen der modernen Technik anzupassen. Irgendwann werde wohl auch ich vor dieser Kiste (oder gibt es dann garkeine Kisten auf dem Schreibtisch mehr) sitze und nicht mehr in der Lage bin das Programm meiner Wünsche zu finden. Ich werde nicht mehr mit meiner Umwelt in Kontakt treten können, denn so richtig hand- oder besser mundgemachte Unterhaltungen wird es garnicht mehr geben. Jeder sitzt nur noch vor dem Fernseher oder was auch immer den Fernseher ersetzen wird und glotzt dämlich vor sich hin, ganz individuell und vereinsamt und wird nur noch von Whatsappnachrichten oder was Whatsapp eben ersetzt hat gestört. Zwischenmenschliche Interaktion wird es nur noch in historischen Romanen, oder was auch immer diese ersetzt hat, geben und unsere Kinder werden in irgendwelchen Fachkliniken erzeugt und ausgetragen um dann in Kinderkrippen oder was auch immer Kinderkrippen ersetzt hat aufgezogen. Was gibt es auch lästigeres als Kinder? Die halten einen schließlich nur vom Youtubeschauen ab oder was auch immer Youtube ersetzt hat.
Vielleicht gibt es dann eine Gegenbewegung, die sich zu kleinen Komunen rebellischer Technikverweigerer aufs Land zurückgezogen haben und heimlich Anschläge auf die Großrechenzentren, oder was auch immer die Großrechenzentren ersetzt hat, planen. Komplett auf alle neumodischen Erungenschaften unserer modernen Gesellschaft verzichten und sogar – wie eklig- ihre Kinder selbst zeugen und aufziehen. Was für eine Welt. Ich bin ja mal gespannt wie das für mich sein wird- oder was auch immer mich bis dahin ersetzt hat.